Die
GedicHte

von Lisette Lombé, Dichterin von Belgien von 2024 bis 2026.

Arizona

No comment zu ARIZONA und den 25 000 Personen, die Anfang Januar 2026 ihr Arbeitslosengeld verloren haben.

Ein Wort zu dem Bild der roten Kleider am Ende dieses Gedichtes. Als ich 2019 am Slam- und Poesiefestival in Moncton (Akadien) teilnahm, hat mich eine Aktion zur Anklage ungeklärter Morde an einheimischen Frauen mangels adäquater Untersuchungen nachhaltig beeindruckt. In den Bäumen der Universität hingen rote Kleider, jeweils eins für jedes Opfer.

Anderes Motiv. 2015, Brüssel. Ein mir unbekannter Mann trat vor einer Lyriklesung an mich heran. Er gab vor, eine Botschaft meines Schutzengels für mich zu haben. Damals lachte ich darüber, aber schrieb seine Worte auf: « In deinem roten Kleid wirkst du selbstsicher, doch darunter bleibst du verletzlich. Gib dir einen Tritt in den Hintern, hör auf, deine Qualitäten anzuzweifeln, lerne dir zu vertrauen und gib Gas, jetzt! »

2026. Die Farbe, die sich heute für eine neue Vorstellung aufdrängt. Den Körper annehmen, der die Perimenopause erreicht hat. Die Schweißflecken annehmen. Der Kampf liegt anderswo. Akzeptieren, dass Verlangen und Wut in ein und demselben Gewebe Platz finden können. Dort. Genau dort.
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Auftritt eines pechschwarzen Reiters wie eine Winterdämmerung. Und zum ersten Mal in der Geschichte hat diese Farbe nicht den Beigeschmack von Fluch oder Verzweiflung. Der Reiter trägt einen chamäleonfarbenen Anzug. Man wird ihn mit den kleinen Handlangern im Dienst des Großkapitals verwechseln. Er wird ihre Sprache sprechen, doch unter der Verpackung der Worte wird der ursprüngliche Sinn gegen die Verdrehung durch die Rechten aufbegehren. Seine Einsamkeit wird beruhigen.

Versteck der Völker, ausgepresst

bis an die Armutsschwelle.

Nur sein Schwert wird seine Mission verraten.

Aus Moos und Efeu.

Aus Liebe zu Unterschieden und Schleifpapier.

 

Reime autoritärer Regime

die am Abgrund der Großzügigkeit strammstehen.

 

Idiotie räuberischer Systeme.

Kurzsichtig. Raubvögel im Sonntagsstaat.

Zwangsjacke der Sensibilität. Kartographie der Resignation.

 

Zonen der neuen Rechte.

Recht auf Wohlstand und Freude an den kleinen Dingen.

Recht auf Vertrautheit der Schönheit.

Recht auf Alltäglichkeit eines zärtlichen Blicks.

Recht auf Horizont.

Recht auf Bewegung der Körper.

Recht auf den Tanz der Seelen.

Recht auf Trauer, die so lange dauert, wie sie dauert.

Recht auf Wiederbelebung bestimmter Kindheitsträume.

 

Observieren von Vögeln und Wolken.

Observieren der Risse in verschiedenen Materialien.

Observieren von Widerstand aller Art.

Observieren des Todes eines jeden Tyrannen, der vergessen hat, wie Tyrannen sterben.

 

Nein! Unnachgiebiges Nein. Kämpferisches Nein zu allem, was die Umarmung der sozialen Schichten behindert. Schnellschüsse der Sparpolitik. Fremde als Schreckgespenster.

 

Achtung: Sozialleistungen sind kein Geschenk des Staates.

Sage es immer wieder und sage es weiter.

Buschtrommel unter dreifarbiger Flagge.

Wie viele schwarze Fäuste zum Himmel gereckt?

Wie viele gelbe Westen aus Schubladen und Erinnerungen hervorgekramt?

Wie viele rote Kleider unterwegs zum Sieg der Begegnung?

 

25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 +

25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 +

25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 +

25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 +

25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 +

25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 +

25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 +

25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 +

25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 +

25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 +

25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 +

25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 +

25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 +

25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 +

25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 +

25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 +

25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 +

25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 +

25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 +

25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 +

25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 +

25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 +

25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 + 25 000 +

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Übersetzung: Christina Brunnenkamp

Die erste Nacht ist immer die kräftezehrendste.
Alles muss noch dechiffriert,
alles noch verstanden werden.
Es ist Arbeit,
die Zeichen miteinander zu verbinden,
wenn man einmal akzeptiert hat, dass die Offenbarung nicht vom Himmel fällt.

IIn meinem Traum schwimme ich in einem See. Einem sehr dunklen See. Vom Ufer aus kann man sich nicht vorstellen, wie belebt das Wasser ist. Ich entwickle mich inmitten zahlloser Spezies. Ich muss meiner Haut die Führung überlassen. Algen umspielen meine Waden wie der Wildwuchs an manchen Wegen im Sommer. Und schon umschlingt ein Katzenwels, der fast so groß ist wie ich, meine Taille und verwickelt mich in einen Nahkampf, der einem Tanz des Lebens ähneln würde, wenn nicht mein Leben in Gefahr wäre. Der See leert sich, und bald bleibt nur unser Gerangel im Schlamm. Wir bezwingen einander, wir lähmen einander. Seltsamerweise habe ich keine Angst. Weder vor der zähen Masse noch vor den nesselnden Bartfäden. Ich habe den Vorteil des festen Bodens. Repetitive Mundbewegungen. Öffnung. Meinen Unterarm in das Maul des Tieres rammen. Ich vergaß zu erwähnen, dass ich einen gelben Latexhandschuh trage. Mit geballter Faust halte ich das Tier im Schach, hindere es daran, seine gewohnte Unterwerfungstaktik anzuwenden. Waffe der Hausfrau. Weigerung zu erlahmen, Weigerung zu ersticken. Kein Sieger, keine Besiegte. Ich habe keine Angst.

Die zweite Nacht ist nie Abziehbild
des Originalbildes.
Im Mülleimer
fürchtet der von der Zunge des Kindes angeleckte Aufkleber
nicht die kurzlebigen Tattoos.

Es beginnt mit einer Nahaufnahme einer Klapperschlange. Ich weiß nicht, warum ich mich an das Wort Traum klammere, anstatt den Albtraum als solchen zu akzeptieren. Ich kenne mich mit Schlangen nicht aus. Ich sage Klapperschlange wegen Schellenklang und souveränem Unterbewusstsein. Ich bin nicht allein. In der Verlängerung der Fangzähne des Reptils harrt am ganzen Körper zitternd und wie gelähmt mein jüngster Sohn. Ich hatte vergessen, wie eine Pupille aussieht, die dem Tod zum ersten Mal ins Auge sieht. Beiläufiger Biss. Endlose Schuppen. Und ich bleibe reflexartig für mein eigenes Fleisch und Blut stehen. Springe. Klemme einen Stock quer in den Kiefer des Monsters. Behindere die Bewegung des Giftes. Blockiere. Trotze ihm. Stelle mich ihm entgegen. Stelle mich dazwischen. Stelle mich für ihn auf. Ich bin dein Berg. Ich bin dein Metall. Ich habe keine Angst. Ich bin das warme Blut, das nicht flieht. Ich bin kaltblütig. Ich bin die Mutter, stolze Säule, die die Häutung abgeschuppter Männlichkeit erzwingen wird. Ich habe keine Angst.

Die dritte Nacht ist für den Mond.
Meine Augen brauchen nicht verbrannt zu werden,
um das Mysterium der Welt zu umarmen.

Es gibt nie einen Mittelweg, wenn ich träume. Entweder erinnere ich mich beim Aufwachen an gar nichts, oder alles bleibt, alles hält stand. Da ist diese Straße. Keine Gasse, eine Straße, morgens, mit Berufstätigen, die zielstrebig ihres Weges gehen. Ein Mann lacht in dem Moment, in dem ich an ihm vorbeigehe. Er lacht, weil er das Alter meines Vaters hat und ich das seiner Tochter. Er lacht, weil er gerade sein Geschlechtsteil aus der Hose geholt hat, um mich zu schockieren, und weil das geklappt hat. Priapische Person, fettes grobes Tentakel, das an meiner Hüfte leckt. Er lacht, weil ich Reißaus nehme, statt ihm mein Knie in die Eier zu rammen. Er lacht. Ich erklimme eine Anhöhe. Von dort oben aus kann ich den Mann den guten Vater spielen sehen, dessen Kinder in die Schule aufbrechen. Wut. Wut. Ich fange an, ihn mit dem Handy zu filmen. Möge sein Gesicht so oft geteilt werden wie möglich! Ich habe keine Angst mehr. Die Scham muss die Seite wechseln! Ich habe keine Angst mehr. Traumfalten. Teleportation des Angreifers. Der Mann steht vor mir, mit einer riesigen Axt in der Hand. Ich greife nach dem Stiel. Ein Kräftemessen mit ungewissem Ausgang. Wenn ich nachgebe, wird die Schneide mir den Kopf spalten. Keine Angst mehr. Keine Angst mehr. Und ich stoße den Mann zurück und zwinge ihn, sich zurückzuziehen, und ich bringe ihn dazu, sich zu beugen und zusammenzufalten und auf die Knie und Diener und Kotze und Larve und ausgetriebene Straflosigkeit. Auflösung des problematischen Mannes. Luft holen. Einatmen. Mich hinsetzen. Die Augen schließen. An die Frauen denken, die kämpfen. Mut im Überfluss. Kühnheit. Beharrlichkeit.

Denken, dass.
Die Frauen, die kämpfen,
das Recht haben sollten,
im Schlaf
nicht kämpfen zu müssen.


Übersetzung: Christina Brunnenkamp

 

Kongo-Leichenschauhaus,

Wie viele Leben für eine Tonne Coltan oder Kupfer?

Wie viele Kindheiten in deinen Wunden unter freiem Himmel?

Kongo-Gesang der Ratschen,

Zu wessen Füßen sich werfen, um um Frieden zu flehen, wenn selbst die Götter mit deinen Führern und den Aktionären des Geldplaneten Himmel und Hölle spielen?

Kongo-Chaos,

Was, wenn es menschlich nicht möglich ist, um mehrere Völker zu weinen, die gleichzeitig Opfer eines Völkermords geworden sind? Ich meine, mit derselben Wut. Ich meine, über so viele Jahre hinweg. Was, wenn unsere Herzen schon zu sehr von Ungerechtigkeiten durchsiebt wurden? In unseren Vierteln, in unserem Alltag, im Sumpf unserer Wahlen. Und wenn die Seltenheit der dokumentierten Bilder uns daran hinderte, uns zu mobilisieren? Geisterschreie, verschwommene Umrisse des Leidens, waldbedeckte Massengräber.

Tropisch und so riesig, dein Wald.

Kongo, Kongo, ich stelle dir diese Fragen, als wolle ich den Satz ein wenig hinauszögern, in dem zugegeben werden muss, dass der Tod eines Schwarzen uns noch immer weniger rührt als der eines hellhäutigeren Wesens.

Immer die Entschuldigung der Entfernung.

Immer Machete der Grausamkeit,

immer Stammeskämpfe,

immer umso besser.

Kongo, du bist das Geschwür und der Saft,

der Skandal und der Samen.

Du bist das Schreckgespenst und auffälliger Untergrund,

die Nostalgie der Leoparden und die saftige Mango der Findigkeit.

Tätowiert auf mein Gesicht

bist du mein Harnisch und mein offenes Geheimnis.

Kongo, ich würde gerne auf deinem höchsten Berg vor Kälte zittern in der zu leichten Kleidung des Idioten, der nicht weiß, dass es auch in Afrika schneit.

Zunge rausstrecken. Die Schneeflocken-Hostie schmecken.

Möge eine große Vergebung mich von meiner Machtlosigkeit reinwaschen.

Möge der Schock der Arglosigkeit und der Gelassenheit

mich mein Telefon berauscht von Erzen

fallen lassen.

Verbrannte Hand,

eisige Hand,

von der Welt

abgeschnittene Hand.

Und so weit das Auge reicht

Vulkane,

milchiges Licht

und keine Menschenseele.


Übersetzung: Christina Brunnenkamp

Schon beim Abendessen hatte ich bemerkt, dass etwas nicht stimmte.

Du warst blass, eine leere Hülle, da, ohne wirklich da zu sein.

Du aßt deine Fritten mit Messer und Gabel statt mit den Fingern.

Verschwunden,

das selige Lächeln der vergangenen Tage, die zufriedenen Seufzer und der bernsteinfarbene Schein deiner Aura.

Wer den Verlust der Gefühle kennengelernt hat

nach dem Aufruhr die Leidenschaft

erkennt aus Tausenden das Schweigen der Entfremdung.

Als ich in dein Zimmer kam, um dir schöne Träume zu wünschen, war mein Herz wie aus meiner Brust gelöst, bereit, als Verstärkung zu schlagen für all das, was in dir gerade zerbrach.

Dein Bett schien sich in einen Sarkophag verwandelt zu haben.

Deine Decke ein Deckel aus Baumwolle.

Dein Gesicht eine Erwachsenen entliehene Totenmaske

grundlos hingeworfen.

Vielleicht wäre ich weniger erschrocken, wenn ich dich in Fötushaltung aufgerollt vorgefunden hätte, statt ausgestreckt wie eine in der Dunkelheit zurückgelassene Mumie.

Ich fragte dich, wie ich dir helfen könne.

Du antwortetest, niemand könne dir helfen.

Dass sie dich nicht mehr liebe.

Dass sie schon mit einem anderen zusammen sei.

Im Film nehmen Mütter ihre Söhne in den Arm, drücken sie an sich, wiegen sie, wie als sie noch Baby waren.

Und die Söhne lassen es zu.

Und die Söhne stoßen ihre Mütter nicht von sich, wenn diese zu ihnen sagen:

Das geht vorbei, du wirst sehen.

Auf dieser Seite der Leinwand sind die Gesten so steif, so ungeschickt, so wenig in Zuneigung geschult.

Es ist nicht nichts zu behaupten, dass auf Liebe immer Liebe folgt, während man sich selbst gegen Einsamkeit wappnet.

Versprechen für zwei.

Dein goldenes Haar, Diadem der Verzweiflung.

Deine Tränen kleine stille Kometen auf deinen Wangen.

Ich bin da.


Übersetzung: Christina Brunnenkamp

So begab es sich …
So begab es sich, dass sich – auf eindrucksvollste Weise –
So begab es sich, dass sich unsere Brustkörbe eines Tages öffneten.

Manche von uns sprechen von Bomben unter den Knochen.
Manche von uns sprechen von einem klaffenden Loch in der Brust oder tiefsten Abgründen.
Manche von uns sprechen von einem großen Aufreißen des Himmels,
von umgekehrten Jahreszeiten,
von Krusten, die unter dem Druck enormen Leidens aufbrechen.

Ich selbst sah an jenem Nachmittag Nattern aus ihrem Nest kriechen.
Ich sah ihre glänzende Haut.
Ich sah die Anzahl.
Ein Tier für jede Verletzung.
Ein Tier für jede Beleidigung.
Ein Tier für jeden Missbrauch.
Ein Tier für jede Erniedrigung.
Ich sah die Anzahl.
Ich sah das Wimmeln und das Winden.
Ich sah die schleichende Flucht.
Ich sah das blutleere Herz, das sich befreit.
Ich sah die blutleere Haut, die sich befreit.
Ich sah die Kette, die zerreißt.

Manche von uns, die es auch gesehen haben,
manche von uns haben sich umgebracht, als sie es gesehen haben.
Denn es ist brutal, sehr brutal, zu brutal, die Manifestation echten Respekts, die Manifestation einer gleichberechtigten Beziehung, die Manifestation von Zärtlichkeit, nach Jahren des Lebens in Unterdrückung.

Auch ich glaubte, ich müsse krepieren.
Auch ich glaubte, ich würde verrückt, ich würde die Explosion nicht überleben.
Und ich wollte die Frau ertränken, die ich zehn Jahre lang gewesen war.
Ich wollte diese Feministin ertränken, die sich von ihrem Verlobten ein armes Mädchen nennen ließ,
die wegging und wiederkam, um sich ein armes Mädchen nennen zu lassen.
Ich sollte sie ertränken, diese Familienmutter, die sich zu Boden werfen ließ,
die wegging und wiederkam, um sich zu Boden werfen zu lassen.
Ich hasste diese Frau. Ich hasste ihre Gutgläubigkeit. Ich hasste ihre Passivität. Ich hasste ihre Freundlichkeit.
Ich sagte mir immer wieder: Ich weiß nicht, wer diese Frau ist, die das hingenommen hat, ich weiß nicht, wer diese Frau ist, die das hingenommen hat.
Ich weinte in den Garderoben, bevor ich die Bühne betrat.
Ich weinte in meinem Auto auf dem Weg zum Einkaufen.
Ich schlief nicht mehr. Ich wusste nicht mehr, wer ich war. Ich zweifelte an meinen eigenen Erinnerungen.
Ich wähnte die Nattern unsterblich.
Ich wähnte den Schmerz unheilbar.
Ich wähnte den Brustkorb auf ewig aufgerissen.

Doch die Schwestern, die Schwestern von überall her, die Schwestern bei jedem Schritt, die Schwestern unter jedem Stern, die Schwestern stiegen ins Game ein.
In meinem Rücken aufdringliche Gedanken.
In meinem Rücken untergrabenes Selbstwertgefühl.
In meinem Rücken die Fäden des Puppenspielers.
Und die Schwestern nannten sich meine Schwestern. Und meine Schwestern halfen mir, diese Frau in die Arme zu schließen. Und meine Schwestern halfen mir, dieser Frau mit Wohlwollen zu begegnen, sie fest zu umarmen und ihr zuzuflüstern: Du hast getan, was du konntest.
Ja, du hast getan, was du konntest!
Sieh nur, wie lebendig du heute bist!
Sieh nur, wie aufrecht du stehst!
Wie wir alle.
Wie wir alle.


Übersetzung: Christina Brunnenkamp

 

In einem früheren Leben habe ich mich an die Spielregeln gehalten.
Ich füllte Einkaufswagen und hielt mich strikt an die Listen für den Schulbedarf.
Klebte ein Etikett mit den Vornamen meiner Kinder auf alles, absolut alles, was ihnen gehörte.
Ich band ihre Schreibhefte in Klarsichtfolie ein, die sich wellte und jede entstandene Blase schien zu sagen, was für eine wenig sorgsame Mutter ich sei.
Ich strafte mich selbst mit roten Aufklebern, noch bevor die Kritik kam.

Ich sage mir: Das passiert jedem.
Ich sage mir: Das liegt hinter mir.
Ich sage mir: Meine Kids schaffen das schon.

Und ich entreiße die Wörter
dem Mund der Eltern,
die sie nie aussprechen werden.

Ich denke an Fabian, 11 Jahre, getötet am 2. Juni 2025 in einem Park, in Ganshoren.
Ich sehe das Blut auf dem Gras, dabei sind wir nicht im Krieg.
Ich sehe die Räder eines Rollers, sie wirken so klein,
verglichen mit denen des Polizeiwagens.
Ich sehe den Himmel über Brüssel, von einem neuen Gesicht verhangen.

Es ist nicht an mir,
den genauen Hergang der Geschehnisse zu rekonstruieren.
Es ist nicht an mir,
Wahrheit von Lüge zu unterscheiden.
Es ist nicht an mir,
mich in Zurückhaltung zu üben,
bis es weitere Untersuchungen gegeben hat.

Ich weiß nicht, wie es ist, einen Schutzhelm zwischen sich und der Welt zu tragen.
Ich brauche keine kugelsichere Weste, um meiner Arbeit nachzugehen.
Ich halte mich lieber an Vorkämpfer und nicht an Polizeichefs.

Dichterin, Dichterin.
Bauch leer, ohne Sinn,
ich esse.

Ich esse die, die behaupten, Wut stehe der Sammlung im Wege.
Ich esse die weißen Wangen, die sich den Luxus leisten können, nie Verständnis für die aufzubringen, die aus der Reihe tanzen.
Ich esse alle, die mich an das gesetzliche Mindestalter für die Nutzung von Kraftfahrzeugen erinnern.
Ich esse ihre Herzen aus Stein und nehme einen doppelten Happen von dem, der schrieb: Er hat gespielt, er hat verloren.
Ich esse die Uniformen, die aus Beamten Cowboys machen, esse die Verfolgungsjagden, das Gefühl von Straflosigkeit, die Gelder zur Unterstützung von Angeklagten und die schlaffen Arme der Justiz.

Ich schreibe ich esse um nicht zu schreiben ich speie,
damit ich meinen Kopf nicht
gegen den Kopf derer knalle, die nichts empfinden
beim Tod eines Kindes,
damit sie zu Boden gehen.
Poetischer Speichel
will Sinnlosigkeit auflösen.
ESSEN.


Übersetzung: Isabel Eva Hessel

□ A □ B □ C □ D □ E

KREUZE A AN, wenn …

Deine Zunge eine Boa ist. Reaktionäre erwürgt.
Ein Antifa-Angriff braucht kein Gift, damit er wirkt.
Du packst, du kneifst, du schlingst und schluckst.
In reiner, stolzer Säure zergeht der Betrug. 

KREUZE B AN, wenn …

Deine Zunge ein Brachland ist, das den Beton neckt.
Anarchischer Wildwuchs, der Worte wie Hornissen versteckt.
Sie besingt den Schutt, die Disteln und Ranken.
Preist fruchtbare Verwahrlosung statt berauschtem Schwanken.

KREUZE C AN, wenn …

Deine Zunge ein Basketballspiel ist an der frischen Luft.
Ohne Schiedsrichter und Club, ohne Stoppuhr und Kabinenmuff.
Sie kontert, sie blockt, sie täuscht an und tänzelt umher.
Fairplay, sie witzelt zwischen Angriff und Gegenwehr.

KREUZE D AN, wenn …

Deine Zunge eine Liebkosung ist an einem feuchten Geschlecht.
Unruhiger Speichel, der nach geschickten Händen lechzt.
Sie erzählt von purer Lust, Erwachsenenspiel und Schweißrinnen.
Freien Herzen nähert sie sich stets von innen.

KREUZE E AN, wenn…

Deine Zunge jenen Zuflucht ist, die keinen Halt finden.
Sie heilt, sie nährt und lässt Nazis verschwinden.
Sie rührt, sie befreit und empfängt unser Beben
wie starke Mütter ihren Kindern Trost geben.

Los! Mach schon, Arm!
Meinetwegen hör nicht auf!
Hör bloß nicht auf!
Fuchtele, fuchtele.
Bis es brennt.
Mit der Schulter werden wir uns morgen arrangieren.
Wir entschuldigen uns für die Naht des Ärmels, für die Zerrung, für den Schmerz, morgen.
Los, Arm!
Fuchtele, fuchtele.
Bis es brennt.
Betäube die Wächter der Zeit.
Fuchtele, fuchtele.
Und erinnere dich an dich vor zehn Jahren.
Erste Bühnen, erste Slams, erste Male.
Wie wild du warst, Arm!
Wie egal dir alles war!
Regeln und Kulissen und Egos
Wettbewerbe und Verwicklungen und Ikonen
Zirkel und Cliquen und Kritiken
ärmliche Reime auf schick getrimmt.
Wie egal dir alles war, Arm!
Du warst Wasserfall, du warst feuerspeiende Frau, du warst sogar Prügelei.
Du führtest die Wut von meinem Bauch in mein Schreiben.
Dringliches Klackern.
Die Not aufschreiben, das Unrecht aufschreiben.
Die Lüge aufschreiben, die Atemlosigkeit aufschreiben.
Dringliches Klackern.
Zombiegeste einer schwarzen Hand.
Korsett abwerfen, Ängste abwerfen, Partnerschaft abwerfen.
Der Weg, die Disteln.
Bis alles brennt.
Bis alles brennt.
Und dann Rückwärtsköpfer Richtung Mund.
Der Bauch, der Bauch!
Und dann diesen Körper zum Mikro schieben.
Der Bauch, der Bauch!
Erinnere dich!
Riesige Fensterfront im Rücken.
Erinnere dich!
Größer als du selbst in jedem Wort.
Erinnere dich!
Du bebtest, Arm.
Du bebtest.
Wie auch das Bein bebte.
Wie auch der Hals bebte.
Wie die Wut bebte.
Du bebtest, Arm.
Und heute – ich kenne dich, Arm –
würdest du alles geben,
ein bisschen Schweiß, ein bisschen Atem,
ein bisschen Erfolg, ein bisschen Kohle,
irgendwas, nur um noch einmal zu beben wie jenes Beben damals.
Los, Arm!
Fuchtele, fuchtele.
Bis es brennt.
Fuchtele, fuchtele.
Bereue nichts, Arm! Bereue nichts!
Ein geläuterter Arm ist kein unterworfener Arm.
Ein besänftigter Arm ist kein verschränkter Arm.
Ein ruhender Arm ist kein baumelnder Arm.
Niemand hier wünscht dir den Abnutzungskampf der Organe.
Niemand hier wünscht dir Schützengräben im Schlaf.
Niemand hier wünscht dir die Einsamkeit der Überläufer.
Brauchst nicht mehr anzugeben, Arm!
Fuchtele, fuchtele, wenn dir das guttut, aber nicht nur, um zu beweisen, dass du noch fuchteln kannst.
Brauchst nicht mehr anzugeben!
Brauchst nicht mehr die lebende Fackel zu spielen.
Brauchst nicht mehr die Waffen zu zücken, um das Herz zu beschützen.
Brauchst nicht mehr um dich zu schlagen, um Bindung zu entgehen.
Du bist zehn Jahre älter, Arm.
Du kannst deine Tätowierungen ruhig lesen lassen.
Deine nackte Haut unverteidigt.
Deine Schönheit aufgesogen.
Du bist zehn Jahre älter, Arm!
Von nun an stark und flexibel genug, dass deine alternden Eltern sich in den Schatten deiner Achseln schmiegen können.
Du bist das Nest, die letzte Zuflucht.
Du bist das offene Ohr.
Du bist der Ort, an dem die Vergangenheit ihre Schulden tilgt.
Du bist das Papier, du bist der Zweig, die Möglichkeit der Vergebung.
Du bist die Heimkehr, die Rückkehr in den Schoß, die Wiedergutmachung.
Du bist Kongo und Belgien, Belgien und Kongo.
Wiege, Arm!
Wiege, wiege.
Schnabelküsschen.
Wiege, wiege.
Willkommen, Eltern-Küken!
Schnabelküsschen.
Willkommen, Wurzeln!
Willkommen, Tränen!
Willkommen, Ruhe!
Wiegen, wiegen, wiegen.


Übersetzung: Christina Brunnenkamp

ICH TANZE

Zunge zum Hals raus,
Piment der ersten Strophe,
Schweißperlen auf meiner politischen Lunge,
Fußfesseln aus Glassplittern.
Jedes Gedicht zertrampeln, das nicht genug blutet.

ICH TANZE

weißes Kleid, Leichentuch des Erwachens,
Schultern mit Pollen bedeckt.
Meine Mutter sagt, das mache man nicht, wenn man Nachbarn habe,
seine Slips im Garten trocknen lassen.
Und ich glaube ihr.

ICH TANZE

eine Einladung, nicht auf Bristolkarton
Für den Teenie, der bei den Slows das Mauerblümchen gab,
Eine Einladung, die Einsamkeit nicht zu fürchten.
Du wirst lernen, dass viele das Zusammensein spielen,
für die Dauer eines Augenblicks oder eines Lebens.

ICH TANZE

Privileg zweier Beine, wundgescheuerte Oberschenkel,
stoße mir die Waden an meinem billigen Sofa,
Auflachen meiner Tochter.
Träume, dass meine Eltern sich nicht mehr auf die Füße treten
bei ihrer letzten Runde.

ICH TANZE

und die Pfauen, die sich in mir bekämpfen
und die Federn und das Paradieren und die leichte Beute
und das Reißen des Spagats zwischen Tag und Nacht.
Klebriges Herz
unter synthetischen Stoffen.

ICH TANZE

nacktes Geschlecht auf deinem Gesicht,
jenseits der Scham,
rittlings
dein Mund, meine Lippen,
feuchte Horizonte, neue Perspektiven.
Du trinkst mich nicht.
Du siehst mich.


Übersetzung: Christina Brunnenkamp

Bröckelnde Erinnerungen.
Offene Fenster.
Frische Brise auf der Stirn.

Sekunde der Stille
kurz vor dem Applaus.

Punkt acht Uhr.

Ermutigungen, die dem Pflegepersonal zufliegen sollen
mit dem umgekehrten Elan von Helium.
Ein Hoffnungsballon, dem der Ansteckungshöhepunkt die Luft ablässt,
fällt auf die Seite,
neben ein Spalier
aus Schimpf und Schande.

Kinder, die auf Balkonen Rädelsführer spielen,
sich über bellende Hunde und Passanten lustig machen.

Und wir nehmen uns vor,

wir zahmen Rebellen,

dass, sobald die Maske nicht mehr sein muss,
Homeoffice nicht mehr sein muss,
Zuhausebleiben nicht mehr sein muss,
nehmen wir uns vor,
dass wir
mit unserer glänzenden Haut
prunken werden

Feuchte Trottoirs,
Zärtlichkeit geflaggt,
Basis neuer Engagements,
Trägheit der Bäume,
Verweigerung der Fluten widersprüchlicher Weisungen,
Ausbruch aus der Isolation.

Vorsätze, Vorsätze.
Wir nehmen es uns vor,

aber wissen wir eigentlich,
was eine Häutung ist?



Übersetzung: Christina Brunnenkamp

FRAGEN SIE MICH, wen ich bei den nächsten Wahlen wähle, für wen ich mein Glückslos für die Zukunft meiner Kinder in die Urne fallen lasse,

und Sie werden das Wort VERTRAUEN verstehen.

FRAGEN SIE MICH, ob ich Ihnen vergebe für die Linke auf Kuschelkurs, für die blutsaugerische Rechte, für den unersättlichen Bauch der Mitte, bitten Sie mich aufrichtig um Vergebung,

und Sie werden das Wort MUT verstehen.

FRAGEN SIE MICH, wie viele Kröten, wie viel Gelaber, wie viele Spermatropfen oder dumme Versprechen ich seit meiner Jugend schon geschluckt habe,

und Sie werden das Wort DOMINANZ verstehen.

FRAGEN SIE MICH, um wie viel Uhr meine Tanten aufstehen, um wie viel Uhr sie sich in die öffentlichen Verkehrsmittel quetschen, um wie viel Uhr sie ihre letzte Patientin versorgen,

und Sie werden das Wort INTEGRATION verstehen.

FRAGEN SIE MICH, wie oft mein liebevoller Vater seine Eltern im Kongo gesehen hat, zwischen dem Tag seiner Ankunft in Belgien und seinem vierzigsten Geburtstag,

und Sie werden das Wort HEIMAT verstehen.

FRAGEN SIE MICH, woher meine Sehnsucht nach Fliegenfängern über Wachstischdecken rührt und nach Abendessen aus Konservendosen,

und Sie werden das Wort VOLK verstehen.

FRAGEN SIE MICH, warum ich so spät mit dem Sport wieder anfange, wozu diese Wiedereroberung des Atems, warum das Messer der Jugend noch immer zwischen den Zähnen,

und sie werden das Wort ENGAGEMENT verstehen.

FRAGEN SIE MICH, ob ich liebe und geliebt werde, wie ich liebe und geliebt werde, warum ich liebe und geliebt werde,

und sie werden das Wort DIVERSITÄT versehen.

FRAGEN SIE MICH nach den Farben der Staatsbürgerschaft, den Städten und Wäldern, nach den abgeschminkten Worten ohne die Verpflichtung zu punkten, nach den Entscheidungen, die man nur unter äußerster Bedrängnis trifft,

FRAGEN SIE MICH nach den aufgekrempelten Ärmeln der Gedichte, nach der Kostenlosigkeit des Sonnenaufgangs und der Pflege, nach der Nabelschnur und dem Cordon sanitaire,

FRAGEN SIE MICH nach dem Durchwurschteln der Alten, nach dem unsichtbaren Flickzeug der Nation, nach dem Herausfordern des Schicksals, nach dem Widerstand, nach dem Schweiß und den Breschen

DANN SPRECHEN WIR DIESELBE SPRACHE.


Übersetzung : Christina Brunnenkamp.

Wie eine Harpune,

gestoßen in die verwundbarste Stelle des Fleisches

eines Tiers, das sich vor der Gefräßigkeit der Menschen in Sicherheit wähnte,

so ergossen sich auf einmal

über meine braven Tage

die Bilder dieser Kinder

um Einiges jünger als meine Jüngste.

Habe versucht zu ignorieren, mit bebendem Oberkiefer

und dem Unterkiefer, der in die andere Richtung bebte.

Habe versucht, Brennpunkte zu ignorieren Schutt Bahren Asche Gesichter Staub aus der Luft abgeworfene Lebensmittel Bomben Offensiven Überlebensreflexe Panik Blutströme Tote Zählungen Schwindel Geiseln Geister Zahlen dokumentieren Angriffe dokumentieren Namen Vornamen Familien Massengräber improvisierte Krankenhäuser Grenzen Chagrinleder Tanzen Fallen Boden Tränen siebter Oktober kollektiver Bankrott Soldaten Raubzug Selfies Spielzeug Lingerie Schmuck Sperrungen Leichen dokumentieren Schandtaten dokumentieren internationales Totschweigen ein Bein statt zwei ein Arm statt zwei ein Elternteil statt zwei Aneinanderreihung Aneinanderreihung winziger weißer Laken.

Habe es versucht,

irgendwo zwischen gutem und schlechtem Gewissen.

Habe versucht zu ignorieren

doch gleich Verwirrung,

doch gleich Desaster,

von der Netzhaut ins sensible Mark übergegangen.

Ein Kind,

ich wiederhole,

um Einiges jünger als meine Jüngste,

teilt seine Essensration mit einem Hund

Teilen des Mangels.

Ein anderes,

platt auf dem Bauch im Schlamm,

trinkt Wasser aus einer Pfütze.

Dürsten nach Gerechtigkeit.

Ein anderes sagt: « Dein Vater ist ein Märtyrer. »

Waisenkind auf Autopilot.

Kleine Krabbenscherenhände.

Offene Schließmuskeln.

Unter dem Fußballtrikot

sucht ein Schrei nach seiner Stimme.


Übersetzung : Christina Brunnenkamp

© AFP

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